Die Bauzinsen sind in den vergangenen Jahren auf ein sehr niedriges Niveau gesunken, sodass Kunden teilweise wenige als drei Prozent für ein Hypothekendarlehen zahlen mussten. Seit zwei Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank im April und Juli dieses Jahres gibt es jedoch einen Trend hin zu steigenden Bauzinsen. Auch für 2012 erwarten die meisten Experten einen weiteren Zinsanstieg.
Hintergrund dieser Annahme ist der erwartete Anstieg der Inflationsrate, der auch eine weitere Anhebung der Leitzinsen zur Folge hätte. Allerdings sind sich die Experten darüber nicht mehr so einig, wie noch vor wenigen Monaten. Denn das wirtschaftliche Umfeld hat sich verschlechtert, was die Gefahr einer höheren Inflation ebenfalls verringert. Und wenn die Inflation in einem moderaten Rahmen bleibt, besteht im Grunde kaum ein Anlass für Leitzinserhöhungen. Dennoch rechnen die meisten Fachleute als Basis der Prognose damit, dass sich die Wirtschaft weiter stabilisiert und es demnach zu weiteren Leitzinserhöhungen kommen wird.
Was bedeutet die erwartete Entwicklung für Bauherren?
Falls die erwartete Entwicklung eintritt und die Bauzinsen tatsächlich weiter ansteigen sollten, besteht für zukünftige Bauherren und Immobilienbesitzer Handlungsbedarf. Denn natürlich möchten die zukünftigen Immobilienfinanzierer einen so geringen Zinssatz wie möglich zahlen. Wenn jedoch die Prognose der steigenden Zinsen eintreffen sollte, ist diesbezüglich Eile geboten. Dass die Bauzinsen in naher Zukunft fallen werden ist eher unwahrscheinlich. Daher sollten Bauherren jetzt die aktuellen Anbieter vergleichen und Ihre Immobilienfinanzierung schnellst möglich unter “Dach und Fach” bringen. Wer also innerhalb der kommenden zwei Jahre den Kauf einer Immobilie oder den Hausbau plant, sollte sich möglichst schnell um eine Finanzierung kümmern.
Was ist bezüglich der Konditionen zu beachten?
Wer sich als zukünftiger Bauherr für eine schnelle Immobilienfinanzierung entschieden hat, sollte bestimmte Dinge bezüglich der Zinskonditionen beachten. So ist es auf jeden Fall ratsam, sich für eine möglichst langfristige Zinsbindung zu entscheiden. Diese kann durchaus zehn oder auch 15 Jahre betragen. Keinesfalls sollte ein variabler Zinssatz gewählt werden. Denn dieser würde bei Zinssteigerungen am Markt ebenfalls einen steigenden Zinssatz beim Immobilienkredit mit sich bringen. Abschließend kann festgehalten werden, dass sich zukünftige Bauherren in der derzeitigen Situation möglichst schnell für einen Immobilienkredit entscheiden sollten. Auch wenn nicht sicher von Zinserhöhungen auszugehen ist, so sind diese dennoch wahrscheinlicher als stagnierende oder gar sinkende Bauzinsen.