In Luxemburg hat der Vorsitzende der Eurogruppe Jean-Claude Juncker bekannt gegeben, dass das für den 13.Oktober angesetzte Ministertreffen, bezüglich der nächsten Kredittranche an Griechenland, vertagt worden ist. Als Grund wurde die Verzögerung der Fertigstellung des Expertenberichtes genannt, welcher einen Überblick über die Sparfortschritte Athens liefern soll. Juncker kündigt jedoch bereits eine Entscheidung innerhalb des nächsten Monats an. Neuen Aussagen zufolge wird der Kredit, welcher die Pleite verhindern soll, erst im November benötigt, statt, wie zuvor erwartet, im Oktober. Des Weiteren weist Juncker die Gerüchte zurück, nach denen es Uneinigkeit zwischen den Ministern der Eurogruppe gegeben haben soll: “Niemand hat sich für einen Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone ausgesprochen. Ich kann alle solche Gerüchte verneinen.”
Zweifel an Griechenland
Indes gibt es weiterhin Zweifel daran, ob Griechenland wirklich mithilfe des Geldes geholfen werden kann. Trotz Kredit und großen Sparmaßnahmen macht Griechenland momentan weitere hohe Schulden, was sich in der Zukunft aller Vorausschau nicht ändern wird. Hinzu kommt, dass Griechenlands Wirtschaft immer weiter abflacht. Bis zum Jahr 2012 wurde ein Rückgang von 2,5 Prozent prognostiziert. Schon in diesem Jahr erleidet das Bruttoinlandsprodukt einen dramatischen Einbruch.
Weitere Untersuchungen und Auswirkungen auf die Börse
Die Troika, ein Expertenrat bestehend aus Mitgliedern der EU, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds wurde beauftragt die Lage direkt vor Ort, in Athen, einzuschätzen. Geprüft wird unter anderem die Einhaltung der Auflagen, welche jedoch schon in diesem Jahr nicht ganz umgesetzt wurden. Weitere Schreckensnachrichten aus Athen bewirkten schon in der vergangenen Woche einen Kurssturz des Euros auf 1,3315 Dollar. Vor allem an der Börse glauben viele nicht daran, dass der Kredit für Griechenland hilft.